Am Ahrensfelder Berg e.V.

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Verfasst am 16.02.2026 um 08:42 Uhr

Obstbaumschnitt im Winter

Wir befinden uns in der Kleingartenanlage „Am Forsthaus“. Die Sonne lacht – beste Voraussetzungen für ein angenehmes Garten-Seminar. Ingo Freese (Vorsitzender der KGA) ist auch dabei und stellt warme Getränke bereit, wir haben ca. Null Grad Celsius. Auch Klaus-Peter Becker (Bezirksgartenfachberater) ist mit von der Party und unterstützt Wolfgang Kannewischer (Referent) so gut es geht. Obstbaumschnitt ist stellenweise schwere körperliche Arbeit. 


Pünktlich um kurz nach 10:00 Uhr beginnt Referent Wolfgang Kannewischer das Seminar. Er erläutert, wie und warum Obstbäume geschnitten werden müssen. Zunächst geht es um die Baumgesundheit, also Totholz entfernen und Reibestellen beseitigen. Auch die Wasserschosser können in der Regel raus. Sie haben weder Blüten- noch Blattknospen. Weggeschnitten können werden, Holz was nach innen wächst (Gefahr von Reibestellen) und Holz was nach unten wächst (wenig Wuchsstoffen für Früchte). 


Damit die Blätter ausreichend Licht haben, sollte sich ein Obstbaum nach oben hin verjüngen. Bei einigen Obstsorten bilden sich Fruchttriebe nur am einjährigen Holz, bei anderen auch am mehrjährigen Holz. Die alte „Hut durch den Baum-Regel“ ist immer noch aktuell, ein Obstbaum soll gut durchlüften können. Bei der Frage, wie hoch der Obstbaum werden soll, sollten wir die Gartenleiter abmessen. 


Der Winterschnitt bewirkt ein kräftiges Durchtreiben der Bäume im Frühjahr. Das kann bei älteren Bäumen zu einem neuen Kronenaufbau führen, da sich die Wuchsstoffe im Winter im Wurzel- und Stammbereich befinden, beim Winterschnitt also nicht weggeschnitten werden. 


Wolfgang Kannewischer zeigte und demonstriert uns auch seine Werkzeuge. In der Regel benutzt er eine Bypass-Schere. Mit ihr hinterlässt man eine nur einseitige Quetschung am Gehölz, wenn man sie richtig benutzt, entsteht die Quetschung auf der abgetrennten Seite. Auch Klingen schärfen muss gelernt sein. Wo die Klingen sich berühren soll nur der Grad beseitigt werden. 


Es war eine interessante Veranstaltung in der KGA Am Forsthaus. Vielen Dank an den Referenten Wolfgang Kannewischer, vielen Dank an den Vorsitzenden der KGA Ingo Freese für die Bereitstellung einer Lokation und vielen Dank an den Bezirksgartenfachberater Klaus-Peter Becker. 


Bild und Text:    Jürgen Brockhausen, Bezirkschronist Berlin-Marzahn der Gartenfreunde